Wer braucht schon Ziele?

Was ist ein Jahresanfang ohne Ziele?

Und…. Schon Ziele für’s neue Jahr gemacht? Nein? Keine Ziele?  Du willst also nicht fitter, schlanker, schöner oder besser werden? Na so was. Damit bist Du ja völlig weg vom Mainstream. Ob 2020 dann überhaupt ein gutes Jahr werden kann?

Kann es ohne Ziele ein gutes Jahr werden….

Natürlich wird es ein gutes Jahr und mein heutiger Text ist auch ein Appell für die Ziellosigkeit. Und wenn ich einmal dabei bin, auch für die Zügellosigkeit. Letzteres primär, weil mir das Wort so gut gefällt.

Nein, ich bin nicht grundsätzlich gegen Ziele. Natürlich habe auch ich Ziele. Aber die setze ich mir aus Prinzip nicht dann, wenn gerade jeder in den sozialen Medien stolz seine / ihre Ziele kommuniziert oder sogar andere auffordert, sich welche zu setzen. 

Mein Scheitern 2018

Ich habe vor vielen Jahren mal an einem Meditationskurs teilgenommen. Eine Woche, irgendwo in Süddeutschland. Es war nicht nur teuer, sondern auch knallhart. Keine Bewegung war erlaubt, jedes noch so leise Geräusch wurde mit Missachtung gestraft. Die Woche hat mir nicht wirklich Spass gemacht, aber ich habe mir vorgenommen, der Mediation und mir mindestens ein halbes Jahr zu geben, um uns miteinander anzufreunden. 

Jeden Tag habe ich 20 Minuten meditiert, wirklich jeden, sogar länger als ein halbes Jahr. Aber Freunde sind wird nicht geworden. Ich habe ausgegeben und fühlte mich schlecht – weil ich es nicht „geschafft“ habe. Heute weiß ich warum es nicht geklappt hat: Die Motivation wurde zu einer ungeliebten Pflicht.

Zielloser Neustart

Im November habe ich nochmal einen zaghaften Versuch gestartet, mich mit der Mediation anzufreunden. Diesmal aber ohne Ziel, ohne Disziplin einfach nur für mich. Und nur dann, wenn ich es wirklich möchte. Jetzt habe ich tatsächlich den Eindruck, dass es mir gut tut. 

Machen Ziele überhaupt Sinn?

Zurück zur Ziellosigkeit. Wenn es etwas gibt, das ich unbedingt erreichen möchte, dann macht es natürlich Sinn, mit Zielen zu arbeiten. Häufig schießen wir dann aber übers Ziel hinaus oder bleiben deutlich darunter. Das Ziel ist zu weit, zu hoch oder schlicht und ergreifend unrealistisch. Und spätestens wenn wir merken, dass es so ist, kommt der Kater, das Gefühl zu versagen. Alte Zweifel feiern Wiedergeburt und das Selbstwertgefühl leidet.

Erkenne das Ziel hinter dem Ziel

Wichtig ist es daher, das Ziel hinter dem Ziel zu erkennen. Warum möchte ich im nächsten Jahr zehn Kilo abnehmen? Um mich besser zu fühlen? Ok, das kann funktionieren. Möchte ich aber abnehmen, weil ich glaube, meinem Partner damit besser zu gefallen, wird es wahrscheinlich nicht klappen. Wenn ich glaube, dass mein Leben durch zwanzig Pfund Körperfett weniger schöner wird, wird es voraussichtlich mit einer Enttäuschung enden.

Wenn ich hingegen Sport treiben möchte und das Ziel dahinter ist, meine Rückenschmerzen zu verringern, ist es schon realistischer. Aber auch dann muss ich mir genau überlegen, was ich machen möchte. Wenn ich mir vornehme, jeden Tag zehn Kilometer zu laufen und sowieso schon Zeitprobleme habe, wird das auch schwierig. Und wenn mir Laufen eigentlich gar keinen Spass macht, kann ich es gleich bleiben lassen.

Was macht Ziele erreichbar?

Mir ist es daher besonders wichtig, dass Ziele, die ich mir setze, wirklich meine eigenen und  attraktiv sind. Ebenso wichtig ist mir das Warum – also warum ich dieses Ziel erreichen möchte. Ein „einfach nur so“ würde mir nicht reichen.

Manchmal sind es aber auch innere Blockaden, die uns daran hindern, unsere Ziele zu erreichen. Dann muss man mal hinter die Kulissen schauen, zum Beispiel mit einem Emotionscoaching. Kontaktiren Sie mich gerne, wenn Sie hier Bedarf haben.

Und wenn ich keine Ziele habe?

Dann….. geniessen Sie einfach eine Phase des Ziellosigkeit. Ich bin nicht der Ansicht, dass wir immer Ziele brauchen um glücklich zu sein. Manchmal ist es gerade das „lassen“; das für Entspannung sorgt und Raum für neue Ideen schafft. Das nächste Ziel kommt bestimmt…

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